Geologie und Erdgeschichte von Deutschland

Deutschland in der Trias

Rehberg-Formation

Die Rehberg-Formation ist eine markante Gesteinsformation im linksrheinischen Unteren Buntsandstein. Hauptverbreitungsgebiet ist der Pfälzer Wald. Die Mächtigkeit der Ablagerungen liegt meistens zwischen 100 und 120 m, maximal werden rund 145 m erreicht. Entstand sind die Gesteine unter vorwiegend trockenen, wüstenhaften Bedingungen aus fluviatilen und äolischen Ablagerungen.

Der Name stammt vom 577 m hohen Rehberg bei Annweiler am Trifels, dessen Gipfelbereich aus Sedimenten dieser Formation besteht. Das markanteste Merkmal ist ihre Neigung zur Bildung markanter Pilz- und Tischfelsen, wie sie etwa im Dahner Felsenland auftreten. Die wohl bekannteste Struktur ist der 14 m hohe Teufelstisch von Hinterweidenthal (Abb. 1).

Abb. 1: Teufelstisch, Hinterweidenthal

Diese auffälligen Verwitterungserscheinungen begründen sich in wechselnden Erosionshärten einzelner Abschnitte. Im unteren Teil der Formation treten feinkörnige, tonighaltige Sandsteinschichten auf, die leicht erodieren. Es sind äolische Ablagerungen, teils auch Stillwassersedimente. Sie werden als "Dünnschichten" bezeichnet (Abb. 2), die diagenetisch komprimiert und verfestigt sind, aber kein kieseliges Bindemittel besitzen, weshalb sie an der Oberfläche leicht verwittern und in ihre Bestandteile zerfallen. An der Basis von Dünnschichten angetroffene Geröllpflaster entstanden durch Ausblasung der Sandkomponenten durch den Wind in einer wüstenartigen Landschaft. Die in den Dünnschichten eingelagerten Schrägschichtungskörper stellen Überreste von Dünen dar.

Darüber folgen im Wechsel mit den Dünnschichten grobkörnige, durch Kieselsäure stark verfestigte Sandsteine mit oftmals großdimensionaler Schrägschichtung, die sehr widerstandsfähig gegen Abtragung sind, fluviatil entstanden und als "Felszone" bezeichnet werden. Nach seltenen, aber heftigen Starkregenereignissen schwollen die Flüsse massiv an und besaßen dann genug Transportleistung, um größere Gesteinsbruchstücke und Quarzgerölle aus den umliegenden Hochgebieten kilometerweit ins Zentraleuropäische Becken zu transportieren. So entstanden gröbere Partien und konglomeratischen Lagen. Ihre räumliche Ausdehnung ist allerdings begrenzt.

Abb. 2: Rehberg-Formation (Dünnschichten), Hinterweidenthal

Der Teufelstisch in Hinterweidenthal ist ein bekanntes geologisches Wahrzeichen des Pfälzer Waldes. Das "Tischbein" besteht aus den verwitterungsanfälligen Abschnitten der Rehberg-Formation, die überwiegend äolischer Entstehung sind. Die "Tischplatte" baut sich auf aus den harten, verkieselten fluviatilen Sedimenten im höheren Teil der Formation. Diese Gesteinsplatte schützt den darunter liegenden, schmaleren Sockel vor weiterer Erosion.

Typisch für die Rehberg-Formation ist die im anstehenden Gestein oft zu beobachtende Wabenverwitterung. Auch finden sich oft herausgewitterte Felssimse, die durch den häufigen Wechsel von harten, fluviatilen und weichen, äolischen Sedimentlagen entstehen.

Liegendgrenze und Scheidter Niveau

Die Rehberg-Formation wird kondordant unterlagert von der Trifels-Formation. Das Ende der Trifels-Formation wird durch das erste Auftreten der Dünnschichten definiert. Damit beginnt die Rehberg-Formation. Dieser spezielle Leithorizont ist das Scheidter Niveau. Während die Trifels-Formation aus sehr mächtigen, kompakten und homogen aufgebauten verkieselten Sandsteinen besteht, ändert sich das Ablagerungsbild an der Grenze grundlegend.

Im Gelände ist die genaue Trennlinie oft schwer auszumachen, da auch innerhalb der Rehberg-Formation immer wieder massive Sandsteinbänke auftreten, die petrographisch exakt denen der darunter liegenden Trifels-Formation gleichen. Die Grenze ist somit kein plötzlicher Wechsel der Gesteinsart, sondern markiert den Zeitpunkt, an dem der Wind zum ersten Mal feinkörnigen Sand im permanenten Wechsel mit den Flüssen ablagerte. Das erste Auftreten der tonig-mürben Zwischenlagen, das als Scheidter Niveau bezeichnete wird, dient als Grenze zwischen beiden Formationen.

Während die liegende Trifels-Formation fast ausschließlich aus massiven, harten Sandsteinbänken aufgebaut wird und fluviatile Ablagerungen darstellt, zeigt das Scheidter Niveau einen Wechsel zu einem veränderten Klima, in dem die Region des heutigen Plälzer Waldes trockener wurde und der Wind begann, feinkörnige, dünne Sandschichten im ständigen Wechsel mit den Flüssen abzulagern.

Da diese erste Dünnschichtlage weicher und verwitterungsanfälliger ist als der massive Sandstein im Liegenden, verwittert sie im Gelände viel leichter. Das führt dazu, dass das Scheidter Niveau im Pfälzer Wald häufig zu sanften Hangverflachungen oder Verebnungsflächen führt.

Literatur

Dachroth, W. (1980): Rehbergschichten. - Mainzer. geowiss. Mitt.: 7-40 ; Mainz

Dachroth, W. (2024): Roter Sandstein: Entstehung und Eigenschaften eines landschaftsprägenden Gesteins in Südwestdeutschland. - 392 S.; Berlin, Heidelberg

Landesamt für Geologie und Bergbau Rheinland-Pfalz (2005)[Hrsg.]: Geologie von Rheinland-Pfalz. - 400 S.; Stuttgart

Schäfer, A. (2020): Klastische Sedimente. Fazies und Sequenzstratigraphie. - 2. Auflage, 684 S.; Berlin, Heidelberg